Die CES 2016 in Las Vegas – Neue Herausforderungen für Versicherer (?)

Traditionell bekommt die Consumer Messe CES in Las Vegas ein großes Medienecho. Es werden neue Gadgets, elektronische Geräte und Innovationen gezeigt. Mit Innovationsscout Oliver Neil haben wir uns in den USA die einzelnen Innovationen und deren Implikationen für Versicherer und versicherungsnahe Dienstleister angeschaut.

  1. Smarthome

Die Smart Security Solution von LG ist eines von mehreren Produkten, die zahlreiche Home Security Features in einer kompakten Einheit zusammenführen. Sie beinhalten etwa Kameras, Bewegungsmelder und Sirenen, die untereinander und mit Partneranwendungen vernetzt sind. Nachdem die Hersteller von Sicherheitslösungen in den letzten Jahren eher typische Einzellösungen wie über das Smartphone und Wifi steuerbare Türschlösser und Iris-Scanner vorstellten, verschiebt sich der Trend also nun zu den integrierten Gesamtlösungen, die auch Einsteigern einen günstigen, aber doch umfassenden Einstieg in das Smarthome-Umfeld ermöglichen.

In Kombination mit einer Versicherung und Assistanceleistungen können die Insuranceprovider nun Produkte entwickeln, die den Kundennutzen noch erweitern. Voraussetzung: Ein Anbieter tritt als Full-Service Provider auf und sieht sich nicht als Spezialist mit einer lockeren Angebotsverknüpfung. Solche Kombinationen lassen sich schwerlich verkaufen.

  1. Transportdrohnen

Schon das Autonome Fahren, das schon länger im Gespräch ist und teilweise sogar schon auf deutschen Autobahnen erprobt wird, stellt den Gesetzgeber und die Versicherungen vor enorme Herausforderungen, gerade wenn es um Haftungsfragen geht. Dass diese Problematik sich eher noch zuspitzen wird, zeigt uns auch die diesjährige CES, auf der erstmals eine autonome Personendrohne vorgestellt wurde.  Sie soll zum Schnäppchenpreis von 200.000-300.000 $ den Individualtransport revolutionieren. Zumindest nach der Gesetzeslage in den USA gibt es für dieses Projekt aber noch keine Starterlaubnis. Dort dürfen Drohnen maximal mit einem Gewicht von 55 Pfund abheben.

  1. Private Drohnen

Drohnen für Privatanwender werden technisch immer ausgereifter und leistungsfähiger. Längst ist es sogar bei Amateursportveranstaltungen nicht ungewöhnlich, dass die Athleten per Kameradrohne gefilmt werden, bei professionellen Sportevents geschieht dies sogar schon vollautomatisiert über an den Sportlern angebrachte Sensoren. Dass Drohnen aber gerade bei unsicheren Strecken- und Wetterverhältnissen ein gewisses Gefahrenpotential bergen, zeigt das unten verlinkte Video eines Ski-Weltcups im Anfang Januar. Dort war eine Drohne nur knapp hinter dem Rennfahrer abgestürzt.

Deshalb, und auch weil es viele Drohnenpiloten in der Vergangenheit mit der Privatsphäre ihrer Nachbarn nicht allzu genau genommen hatten, werden Sicherheitskonzepte kontrovers diskutiert. Vor vielen Gerichten in den USA wird derzeit etwa darüber gestritten, wann Drohnen über fremdem Privatgelände zum Absturz gebracht werden dürfen, und mit welchen Mitteln? Altmodisch mit der Schrotflinte, oder durch GPS-aktiviertem Kill-Switch in Flugverbotszonen? Ein Thema, das Versicherer bei 181.000 registrierten Usern in den USA und der rasant wachsenden Beliebtheit in Deutschland auf jeden Fall im Auge behalten sollten.

  1. Hover Board & Friends

An das Original aus „Zurück in die Zukunft“ kommt es noch nicht ganz heran, aber die sog. Hoverboards mit eingebauter Segway-Technik liegen schwer im Trend.  Und jedes neues Fortbewegungsmittel bringt neue Haftungsthemen mit sich. Dazu muss nicht einmal ein Pool in der Nähe sein. Gerade auch weil die Nutzung im öffentlichen Raum zwar toleriert wird, aber eigentlich nicht zugelassen ist, sollten Versicherer hier ein wachsames Auge haben, gerade in Haftpflichtfragen.

https://www.youtube.com/watch?v=2pxkboPjn8c

  1. HERE Telematic

Im letzten Jahr machten die deutschen Fahrzeughersteller mit HERE von sich reden, einem Kartendienst, den sie von Nokia übernommen hatten. Dessen Kartenmaterial ist so präzise, dass es später für die Navigation autonomen Fahrzeugen genutzt werden kann. Dabei werden die Autos jedoch auch selbst zu Datenschleudern und funken Straßengegebenheiten und Fahrverhalten „nach Hause“. Für Autoversicherer sicherlich ein interessanter Punkt gerade auch in der Kombination mit Daten aus anderen Quellen, wie etwa dem Alter des Fahrers oder seiner Unfallhäufigkeit. So können noch präzisere Risikoeinschätzungen und individuell passende Tarife entwickelt werden. wenn man. Angesichts der hitzigen Datenschutzdiskussionen wie im Fall von Google Streetview sollte man mit diesem Thema jedoch höchst sensibel umgehen.

 

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